Das Dorf

Über Rolde

Rolde ist ein Eschdorf auf dem Rolderrug, mitten in Drenthe, an der N33 zwischen Assen und Gieten. Am 1. Januar 2023 lebten hier 3.710 Menschen. Der Name taucht 1232 zum ersten Mal auf, als Rotlo, was ‚roter Wald‘ oder ‚gerodeter Wald‘ bedeuten kann.

Ein Dorf rund um Brinke

Rolde ist angelegt wie die alten Eschdörfer Drenthes: rund um Brinke, die Dorfanger, mit dem gemeinsamen Acker, dem Esch, gleich daneben. Am Kerkbrink steht die Jacobuskerk, am Grote Brink die Kornmühle. Der Mühlenbauer Hunse aus Assen baute sie 1873, nachdem die vorige Mühle 1872 abgebrannt war. Ehrenamtliche Müller lassen sie bis heute laufen und mahlen.

Die Mühle von Rolde am Grote Brink
Die Mühle am Grote Brink. Foto © Rolde.nl

Wo Drenthe Recht sprach

Drenthe war früher in sechs Gerichtsbezirke (dingspelen) eingeteilt, und Rolde war der Mittelpunkt des Rolderdingspels. Der Etstoel, das höchste Gericht Drenthes, trat dreimal im Jahr zusammen: zweimal in Rolde und einmal in Anloo. Jeder Gerichtsbezirk entsandte vier Richter dorthin, die sogenannten Etten. Ab 1428 wurden die Sitzungen in Rolde in der Jacobuskerk abgehalten, bis das Gericht 1688 nach Assen umzog.

Die gotische Kirche wurde zwischen 1399 und 1428 gebaut. Ihr Turm war ein Orientierungspunkt für Reisende auf dem Weg nach Groningen, und die alten Karrenspuren auf dem Balloërveld weisen noch immer in seine Richtung.

Die Jacobuskerk in Rolde
Die Jacobuskerk am Kerkbrink. Foto © Rolde.nl

Das Wappen von Rolde

Am 28. November 1922 erhielt die Gemeinde Rolde ein eigenes Wappen: einen goldenen Schild mit einem roten Streifen in der Mitte, darauf ein silbernes Schwert und ein kleines silbernes Kreuz. Zu beiden Seiten des Streifens sind je zwei rote rechte Hände zu sehen, mit zwei erhobenen Fingern wie beim Ablegen eines Eides.

Das Wappen verweist auf den Etstoel. Schwert und Kreuz stehen für das Recht, die vier Hände für die vier Etten, die Rolde zu den Gerichtssitzungen schickte: zwei aus der Ritterschaft und zwei aus den eigengeërfden, den Bauern mit eigenem Land.

1950 kamen eine Krone und zwei Schildhalter hinzu. Auch sie stellen zwei Etten dar: links ein Edelmann mit einem Degen und einem Hut mit Straußenfedern, rechts ein Bauer mit einer Schriftrolle in der Hand. Am 6. Dezember 1950 wurde dieses Wappen der Gemeinde verliehen.

Das Wappen von Rolde mit Krone, mit einem Edelmann und einem Bauern als Schildhaltern
Das Wappen von Rolde, wie es ab 1950 aussah. Abbildung: Wikipedia

Die Flagge und das Logo

Am 9. Februar 1962 legte der Gemeinderat auch eine Flagge fest, die G.A. Bontekoe entworfen hatte: eine gelbe und eine rote Bahn, mit dem Kreuz auf dem Gelb und dem Schwert auf dem Rot. Als Rolde 1998 in Aa en Hunze aufging, verschwanden Wappen und Flagge. In das Wappen von Aa en Hunze wurde nichts von Rolde übernommen.

Der Schild lebt im Logo von Rolde.nl weiter: eine moderne Fassung des Wappens, mit dem Schwert, dem Kreuz und den vier Händen.

Die Flagge von Rolde: eine gelbe Bahn mit einem roten Kreuz und eine rote Bahn mit einem weißen Schwert
Die Flagge der Gemeinde Rolde, von 1962 bis 1998. Abbildung: Rolde.nl

Von der Gemeinde Rolde zu Aa en Hunze

Bis 1998 war Rolde der Hauptort einer eigenen Gemeinde. Zu ihr gehörten auch die Dörfer Grolloo, Balloo, Schoonloo und Amen sowie die Weiler Ekehaar, Nijlande, Deurze, Geelbroek, Marwijksoord, Papenvoort, Nooitgedacht, Eleveld und Eldersloo.

Rolde hatte drei Rathäuser. Das erste stand in der Hoofdstraat 25, wo die Gieterstraat und die Grolloërstraat abzweigen, in einem Gebäude, das Sicco Tjassens 1797 baute. 1918 zog die Verwaltung in ein neues Rathaus in der Hoofdstraat 11, entworfen vom Architekten J. Neisingh aus Assen. Von 1974 bis 1998 saß die Gemeinde am Grote Brink 3, in der ehemaligen landwirtschaftlichen Berufsschule von 1952.

1998 ging Rolde zusammen mit Anloo, Gasselte und Gieten in der neuen Gemeinde Aa en Hunze auf, die ihr Rathaus in Gieten hat. Das Rathaus in der Hoofdstraat 11 ist heute ein Wohnhaus mit Büroräumen und noch nahezu unverändert erhalten, mit dem achteckigen Türmchen auf dem Dach.

Das ehemalige Rathaus in der Hoofdstraat 11 in Rolde
Das Rathaus in der Hoofdstraat 11, von 1918 bis 1974. Foto © Rolde.nl

Der Bahnhof

Von 1905 bis 1947 hatte Rolde einen Bahnhof an der Bahnstrecke von Assen nach Stadskanaal, die die Noordoosterlocaalspoorweg-Maatschappij angelegt hatte. Das Bahnhofsgebäude von 1903 entwarf der Amsterdamer Architekt Eduard Cuypers. Die Strecke wurde 1972 abgebaut; das Gebäude ist heute ein Wohnhaus und steht als Rijksmonument unter Denkmalschutz.

Das ehemalige Bahnhofsgebäude von Rolde
Der ehemalige Bahnhof, heute ein Wohnhaus. Foto © Rolde.nl

Der Roldermarkt und die erste TT

Der Roldermarkt begann als Viehmarkt: Nach Angaben des Vereins OVVR, der den Markt ausrichtet, wurde dort seit 1785 Vieh gehandelt. Heute ist er eine Festwoche im September, mit dem Pferdemarkt, einem Warenmarkt, einer Landwirtschaftsmesse und einer Kirmes.

1925 begann und endete in Rolde die allererste TT, auf einem Rundkurs von 28,4 Kilometern über die Straßen nach Borger, Schoonloo und Grolloo. Ab 1926 wurde das Rennen bei Assen gefahren. Über beide alten Rennstrecken führt heute die Tour de TT, eine Motorrad- und eine Radroute.

Ein belebter Roldermarkt auf einer alten Ansichtskarte
Der Roldermarkt auf einer alten Ansichtskarte. Quelle: Drents Museum

Hünengräber und Natur

Auf dem Esch bei der Kirche liegen die Hünengräber D17 und D18, etwa 200 Meter voneinander entfernt. Sie wurden zwischen 3400 und 3200 vor Christus errichtet.

Rund um Rolde liegt der Nationalpark Drentsche Aa, mit Bachtälern, Eschdörfern, Heide und Wald. Bei Balloo liegt das Balloërveld, gut 360 Hektar Heide mit Grabhügeln und einem Schafstall. Am Dorfrand befinden sich die Rolder Sandverwehung, die seit 2016 wiederhergestellt wird, und das Hirschgehege Hertenkamp am Bosrand. Rolde ist ein Etappenort am Fernwanderweg Pieterpad.

Das Hünengrab D18 in Rolde
Hünengrab D18. Foto © Rolde.nl

Auf Rolde.nl

Im Ortsführer finden Sie die Gebäude, Hünengräber, Kunstwerke, Naturgebiete und Geschichten von Rolde, jeweils auf einer eigenen Seite. Was im Dorf passiert, lesen Sie in den Nachrichten und im Veranstaltungskalender.

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Von der Jacobuskerk bis zur Mühle und zum alten Bahnhof.
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Hünengräber D17 und D18, nahe der Kirche.
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Skulpturen und Kunstwerke in und um das Dorf.
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Heide, Bachtäler und Wälder rund um Rolde.
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Der Roldermarkt und die Tour de TT.
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